Rad Race Battle – Münster, 03.10.2014

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Zu Beginn des Jahres 2014 hörte das Land zum ersten mal etwas von so genannten „Rad-Races“: Eine Serie neuer, unkonventioneller Fahrradrennen. Subkultur. Etwas wo Zuschauer die ganze Zeit was zu sehen haben und Fahrer von ständigen Adrenalin schüben geboostet zu Biestern auf zwei Rädern werden. Herkunft und Bikeszene sollen egal sein, wichtig ist, wie schnell du auf deinem Bike bist. Wobei man schon bemerkt, dass die Sache wahrscheinlich eine Erfindung von Dauertreter-Fahrern ist und manche Rennformate, seien es auch nur bestimmte Wertungskategorien, auf Fixies zugeschnitten sind.
 Ich hatte das Glück beim „Alien Invasion Alleycat“ in Leipzig eine Wildcard zu gewinnen, meine Gelegenheit die Sache live zu erleben...


Direkt bei der Anmeldung zum Rennen bot mir Gunja, derzeit Praktikant beim Rad-Race-Team, einen Schlafplatz bei sich an. Dank und Pfeffi dafür! Ich kam also am Abend vor dem „Tag der Deutschen Einheit“ leicht verspätet am Hauptbahnhof Münster an, wurde sogar abgeholt und dinierte mit Gunja am Hafen. Es folgte eine abendliche Stadtrundfahrt. Dabei hatte ich schonmal die Gelegenheit über das Pflaster des Prinzipalmarktes zu ballern, ein kleiner Vorgeschmack für das, was mich am nächsten Tag also erwarten würde.
Starterset und Transponder hatte Gunja schon für mich abgeholt. In einem schwarzen Turnbeutel mit „Rad-Race“-Aufdruck fand sich neben den Startnummern für Rad und Trikot allerlei Krimskrams wie: Red Bull, Trinkflasche, Aufkleber, Flyer, Becks blue (was irgendwie nach Ketchup schmeckt) und eine stylische Retro-Klingel vom Studio Brisant.

Freitag 9:00 Uhr: Münster zeigte sich von seiner besten Seite: Sonne, für Oktober richtig warm und eine herrliche Altstadt-Kulisse mitsamt dem berühmten Kopfsteinpflaster. Ich brachte die Startnummern an, fuhr mich warm, übte einmal den Start von der Rampe, startete und schied nach zwei Läufen endgültig aus...
Man könnte es jetzt auf ein zu kleines Ritzel, auf zu schmale Reifen oder zu hohen Reifendruck schieben, das wären aber alles nur Halbwahrheiten und teilweise auch faule Ausreden. Durch nur einen Gang an meinem Rad verlor ich am Anfang immer ca. fünf Meter auf Gegner mit Schaltung. Nur 150 m Strecke reichten nicht aus um wieder aufzuholen. So ging es für mich nach dem ersten Lauf in die „Lucky Looser Challenge“, wo ich jedoch nur wenig schneller war und damit nicht weiterkommen konnte. Bei diesem Rennen starteten Maschienen, vor denen ich respektvoll die Radmütze ziehen muss.
Wohl auch überraschend für die Veranstalter war, wie gut die Mountainbiker abschnitten. 29er Carbonboliden wiegen ja inzwischen nicht viel mehr als neun Kilo und hatten mit breiter Bereifung beste Abrolleigenschaften und Kraftübertragung auf dem schlüpfrigen Pflaster. Nicht selten drehten sich die Fahrer in den ersten Läufen auf den letzten Metern um und sahen verbissen kämpfende Bahn- und Straßenrennradfahrer weit hinter sich, während sie selbst lässig ins Ziel rollten.
Am Ende des Tages gab es noch eine Party zum Saison abschluss im Hauptquartier. Die Stimmung war gut und die Leute lässig. Trotz des wenig erfol greichen Rennergebnis habe ich die Veranstaltung sehr genossen. Ich kann nur empfehlen : Wenn die nächste Saison kommt besorgt euch Startplätze und seht es euch selbst an. ein „R ad Race“ macht wirklich Spaß. Vor allem an die Fahrradaffinen Mädels sei hier nochmal appeliert. Weibliche Starterfelder waren in Münster und wohl auch sonst immer sehr klein, das muss nicht so bleiben.

/Text: Cornelius Hempel
/Fotos: Martin Donat, Erol Taskoparan, Sebastian Gondek, Cornelius Hempel


 





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