Pankt Saulopoly 2015

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Nachdem wir auf der Fahrradschau letzte Woche wirklich Allen versprochen hatten zum Pankt zu fahren ("es lag nicht nur am alkohol") mussten Taten folgen. Was nimmt man also mit wenn man gen westen fährt, in die Stadt of mostbeschisseneswetter and nopfeffianywhere?

Richtig: Gute Gesellschaft der man aufträgt Pfeffi mitzubringen weil man selber zu verschallert ist an ebenjenen zu denken. Immerhin gab es Bier auf der Fahrt & dank Audio88 & Yassin auch den musikalisch passenden Rausch. Normaler move eben. Public Service Announcement for all Travelers:
 Liebe Hamburger, euer Hauptbahnhof sieht immernoch scheisse aus.

Frohen Mutes angekommen geht es erstmal fix zu aldi, das gute Plastikbier nebst Dinner for champions besorgen und ab zu Lukas. Vielleicht lags and unserem Flamingoküken dass er schon seit 2 gesoffen hat, was im endeffekt aber nicht schlecht war denn so hat man schon auf der strasse die derzeit beste liveband (anm. d. Red.: Feine Sahne digaaa) sehr laut aus seinen boxen hören können. Nach zünftigem Umtrunk und AvocadoHummusPita Dinner fahren wir gemeinsam am Suicycle vorbei, die mir mit neuen Lichtern (die sollten noch wichtig werden) und dem Tropfen Locktight helfen konnten den meine kurbel schon so lange vermisste.

Ach MCK Lukas, dein KralleKampfschrei wird diverse Hamburger noch lange verfolgen, denn wirklich jede uns entgegenkommende Person wurde lautstark über unser Reiseziel informiert: Notruf Hafenkralle, ein Staffelkriterium auf nem Cyclocrosstrack, natürlich alles DIY. Und es wäre auch nur halb so witzig gewesen  hätte man seine eigenen Räder nutzen dürfen. Stattdessen gings mit alten Kindermountainbikes und Omarädern ins Gefecht.
Von der DJ Kanzel erklang feinster street rap und old schooliger hip hop. Ja, Ol’ dirty bastard und Haftbefehl passen wunderbar zusammen! Vor dem start noch ein paar Flaschen Pfeffi verteilt und die abendlichen Teammitglieder gesucht (team eisenherz, ihr seit die besten), und dann ging es auch bald los. Ich sag an dieser stelle mal danke an die schlechte Renngerätewartung denn ohne sie wärs etwas schwieriger geworden ins Finale zu kommen. Am ende stand ein guter 2. Platz zu Buche. Gerne würde ich auch nochmal ein herzliches fuck you an dem typen aussprechen der sich mir im Finallauf beim anfahren vors Rad stellte und mich auch dann noch krampfhaft versuchte festzuhalten als ungefähr alle Umherstehenden auf ihn zustürmten um ihm klar zu machen was für ein Idiot er ist. Okay, andererseits hab ich mich auch 5 Meter vor der Ziellinie gepackt und meine Pedale auf intime Weise in das Hinterrad meines Vordermanns verhakt, aber wer würde schon zugeben dass sein eigener Fehler dem Team den Sieg gekostet hat?!

Alles was danach passierte wird wohl auf ewig im volltrunkenen Bereich meines Unterbewusstseins verborgen bleiben. Nur soviel sei gesagt: Danke an alle Menschen die mir Alkohol ausgaben, mich auf ihre Schultern nahmen, gemeinsam die schönsten 80er, 90er und das Beste von Heute grölten, an die Leute von der Karaokemaschinerie, an die Goldsprintfahrer_innen, an Daniel Eckardt der von allen Anwesenden immernoch am besten knutscht und last but not least an die Sanis wegen derer meine hand drangeblieben ist.

Samstag:
Frühstück

Ab 14 uhr am Suicycle rumhängen, unglaublich gute nichtvegane Grillwaren verspeisen, von den Kandiestore
Mitarbeiterinnen den Kopf verdreht bekommen, mit der RSU schlechte Witze reissen, jede menge Sportzigaretten rauchen & dem moment entgegensehnen an dem team pimmel oder die 5 Muskeltiere wie sich jetzt nennen endlich in Hamburg ankommen und den erschöpften Pfeffivorrat auffrischen.
Doch kommen wir nun zum Hauptteil des Artikels in dem Reifen platzen, Verkehrsregeln auf verbrecherischste Weise missachtet werden, Fahrräder temporär ihren Besitzer wechseln und die persönliche Testosteronproduktion auf das Niveau einer ExtremsportNationalmannschaft (nicht Fussball) angehoben wird.
Danke an dieser Stelle auch nochmals an David vom Kaffee Stark der uns den frühen Abend über in seiner Spelunke beherbergte. Gegen halb 9 trudeln nacheinander alle in einer grossen Halle am Dom ein. Es müssen so an die 300 fahrer_innen sein. Wir treffen viele Bekannte Gesichter, unter anderem auch Pablo von Pelago Bicycles aus Helsinki (best dude ever, for real)

Jacob und ich einigen uns auf  "Wir gehen das mal langsam an", was angesichts unseres Leberschadens vom
Vorabend auch angebracht ist. Daniel mag nicht mitspielen und ballert natürlich drauf los, sodass wir uns gezwungen sehen mitzuziehen. Die 300 Radfahrer blockieren die Kreuzung, so langsam kommt echtes Rennfeeling auf. Der erste Checkpoint ist bald erreicht, ich tanze ne runde amtliches Limbo und schon haben wir unseren ersten Tacken in der Tasche. Schnell noch den nächsten Checkpoint erwürfelt und ab dafür. Diesmal gibt es leider keine Tacken und der nächste Checkpoint liegt auch etwas weiter entfernt. Kein Problem, der Abend ist ja noch jung. Also machen wir uns auf den Weg. Es ist Samstagabend, die Straßen sind belebt, viele besoffene Menschen torkeln über die Reeperbahn oder den Dom und scheren sich kein bischen um uns Radfahrer…. Soweit ist das ja bekannt, aber wenn die dann auch kein Platz machen nachdem man sie freundlich darauf hinweist ihr Hinterteil doch bitte woanders zum blockieren einzusetzen, dann reisst auch bei mir der Geduldsfaden. Und so ist es dann 1. Daniels Ehrgeiz, 2. den Hamburger Gehsteigbewohnern und 3. allen motorisierten Verkehrsteilnehmern geschuldet dass Jacob und ich nun schlussendlich doch in Rennstimmung (=Road Rage) geraten. Jetzt heisst es Ballern!

Doch dann der Schock, wir müssen in den Knast (nur einmal, zum Glück). Und gleich noch einer, Jacob platzt der Reifen. Daniel und ich fahren weiter, denn jetzt sind wir richtig heiss auf das Rennen. Nochmal zurück in den Park unser Manifest abholen und dann zu den USP Menschen am Stadion, weiter zum Gängeviertel und danach zur Sternbrücke. Auf dem Rückweg fahren wir an Schweinen auf Fahrrädern vorbei, ich sag noch zu Daniel “Mache Ruhig” doch bei der nächsten Roten Ampel haben uns die Paarhufer dann eingeholt und brüllen Oink Oink. Daniel fällt fast vom Rad, ich drehe auf der Kreuzung um und trete den Rückzug an, immer auf der Hut vor den borstigen Uniformierten. Hunde Katzen Bullen Schweine.
Young Dan temporär Rad los
Mir bleibt nichts Anderes übrig und so fahre ich das Rennen alleine zu Ende. Es läuft auch ganz gut, ganz angenehm eine Alleycat mal ohne Team zu fahren, Niemand der einem bei der Streckenplanung ins Wort fällt, Niemand der den Schulterblick vergessen kann und eine deutlich entspanntere Atmosphäre, auch wenns mit Team natürlich mehr Spass macht. Die USP Leute hab ich lieb gewonnen, immerhin hören sie Wavingtheguns, Feine Sahne Fischfilet, und die millionen Versionen der Internationale. Vermutlich finden sie mich aber extrem nervig, immerhin komme ich noch etliche Male bei Ihnen vorbei, wie auch sonst relativ oft bei den anderen CPs. Der Typ der mir am Suicycle Store sowohl das Hinterals auch das Vorderrad an meinen Rahmen verkabelbindert hat ne Schelle verdient. Andererseits muss man auch den Hut vor seiner Chuzpe ziehen, denn er schafft die Übeltat zu vollbringen obwohl das Rad an Jacobs Bein lehnt und der nichts davon merkt, behauptet er jedenfalls.

Ein weiterer cooler Checkpoint war der von den Herzensbremsern am Bismarckdenkmal. Mit nem umgebauten Dreirad mit Einkaufswagenhinterrädern die Strecke abzufahren hat mega Spaß gemacht.
Leider komme ich 3 Minuten zu spät unten im Elbtunnel an, der CP hat schon geschlossen. Zum Glück sind die Leute so nett mir ein Plastikbier zu schenken und "Saudi Arabi Money Rich" anzumachen. Ich hätte mir kein besseres Rennende vorstellen können. Das Lied passt auch wunderbar, denn wir haben so viel Geld gesammelt dass es mir aus den Taschen quillt. Im Ziel stelle ich dann fest dass ein Paar der Scheine sich als Kakken (so nennt man hier wohl das Falschgeld) herausstellen…. Dumm gelaufen.
Im Kraken ist die Stimmung super, besoffene Radfahrer halt. Die Musik macht Spaß, es wird getanzt und gerauft. Die Siegerehrung wird zum feuchtfröhlichen Fest. Die Flamingos sind zufrieden, nur Jacob unkt ein wenig herum ob seines erneuten frühzeitigen Ausscheidens wegen Technischen Defekts.
Mit Daniel hole ich um 2Uhr noch sein Rad von der Farm der Tiere ab. Der Rest der Ereignisse muss leider unter Verschluss bleiben, denn was im Kraken passiert, das bleibt auch im Kraken.

Sonntag ist Katertag, Hamburg verabschiedet uns mit Regen. War schön, wir kommen wieder!
Vielen Dank an die Veranstalter_innen, Fahrer_innen, an den Taxifahrer der in letzer Sekunde ausgewichen ist um mir Platz zu machen, an alle die uns Bier geschenkt haben, an die vielen tollen Menschen und an Mc Bomber.

Text: Max Siering
Portraits: Carlos Fernandez Laser
 

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